Aconitum napellus oder Blauer Eisenhut

Familie:
Hahnenfußgewächse

Merkmale:
Ausdauernde, krautige Pflanze die mit einer rübenartigen Wurzel überwintert. Der aufrechte Stengel wird 50-150cm hoch und trägt dunkelgrüne, gefiedert, 5- bis 7-fach eingeschnittene Blätter. Die dunkelblauen bis dunkelvioletten Blüten mit ihrem helmförmigen Aussehen zeigen sich von Juni bis September.

Vorkommen:
Europa. Hauptvorkommen in den Alpen und im Mittelgebirge an schattigen Plätzen, auf feuchten Böden und an Gebirgsbächen.

Gift:
Die Wurzel, die Blätter und auch die Blüten enthalten das giftige Alkaloid Aconitin. Der Eisenhut wird oft als die giftigste Pflanze Europas beschrieben. Schon beim Pflücken kann das Gift durch die Haut eindringen und Hautentzündungen und schwere Vergiftungen hervorrufen. Tödliche Vergiftungen kamen vor infolge Verwechslung der Pflanze mit Sellerie- und Meerrettichwurzeln, sowie durch Verwendung von Eisenhutblättern zu Salat.

Wirkung:
Das Gift blockiert die Muskelendplatten: vorübergehende Erregung, dann Lähmung der sensiblen Nervenendigungen (lokal-anästhetischer Effekt).

Vergiftungserscheinungen:
Schon 10 bis 20 Minuten nach oraler Aufnahme Brennen und Kribbeln im Mund, in den Fingern und Zehen, dann über die Haut des ganzen Körpers, verbunden mit Schweißausbrüchen und Frösteln; später typische Pelzigkeit, Schmerzunempfindlichkeit und Gefühl der Eiseskälte. Außerdem kann es zu Übelkeit, Erbrechen, kolikartigen Durchfällen, Schmerzen in Kopf-, Hals-, Rücken- und Herzgegend, Ohrensausen, Gelbgrünsehen und Harnflußvermehrung kommen. Bei schweren Vergiftungen kann bei anfänglicher Atmungsbeschleunigung unter den Zeichen einer Atem- und Herzlähmung mit gleichzeitiger Untertemperatur der Tod - bei erhaltenem Bewußtsein - eintreten.

Erste Hilfe:
Wurde das Gift verschluckt, muß sofort Erbrechen ausgelöst werden! Unter genauer Beobachtung des Vergifteten ist für rasche ärztliche Behandlung zu sorgen.

Therapie:
Zur Giftentfernung Magenspülung, Kohle und Abführmittel. Als Antidot unter Umständen Atropin bei Bradykardie. Im Vordergrund stehen intensivpflegerische Maßnahmen der Elementarhilfe; Sorge für ausreichende Atem- und Herz-Kreislauf-Funktion, ggf. maschinelle Beatmung usw.; i.v. Gabe von Calcium bei Herzstörung soll sich bewährt haben. Prognose ernst.
 

Homöopathische Bedeutung:

Indikation:
Fieber, Grippe, Nervenschmerzen, Entzündungen und Schockzuständen.

Symtome:
Kaltwerden nach Schwitzen, Schreck, Schock, trockenes Fieber, heftiges Herzklopfen oder -rasen, starke Unruhe, Angst.